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812 Millionen Franken Umsatz – wohin das Geld fliesst
Wenn ich von Sportwetten in der Schweiz spreche, spreche ich fast immer über ein einzelnes Unternehmen: Swisslos. Die Zahlen aus dem Geschäftsbericht 2024 machen deutlich, warum. Swisslos hat in diesem Jahr einen Bruttospielertrag von 812.1 Millionen Franken erzielt – ein Wachstum von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das ist nicht nur eine beeindruckende Zahl, es ist der Beweis, dass der regulierte Schweizer Markt funktioniert und wächst.
812 Millionen Franken – das ist mehr als die meisten Schweizer Unternehmen umsetzen. Und das Besondere an Swisslos ist, dass dieses Geld nicht in die Taschen von Aktionären fliesst. Swisslos ist gemeinnützig. Die Erträge werden an die Kantone, den Sport und die Kultur verteilt. Jeder Franken, der bei Sporttip eingesetzt wird, finanziert am Ende ein Fussballfeld, ein Kulturprojekt oder ein Sozialprogramm.
Für mich als Analyst ist diese Struktur faszinierend, weil sie den Schweizer Wettmarkt grundlegend von allen anderen europäischen Märkten unterscheidet. In Grossbritannien, Malta oder Österreich fliessen die Wett-Erträge an private Unternehmen und deren Investoren. In der Schweiz fliessen sie zurück an die Gesellschaft. Diese Tatsache allein sollte für jeden Schweizer Sportwetter ein Argument sein, bei legalen Anbietern zu spielen statt bei internationalen Buchmachern, bei denen das Geld das Land verlässt. Wer bei Sporttip wettet, finanziert den Schweizer Sport. Wer bei einem ausländischen Anbieter wettet, finanziert – nun ja – jemand anderen.
Bruttospielertrag Sportwetten – Entwicklung 2023 bis 2024
Innerhalb der 812 Millionen Franken Gesamtumsatz sticht ein Segment besonders hervor: Sportwetten. Der Sportwetten-Umsatz von Swisslos lag 2024 bei 122 Millionen Franken – ein Plus von 23.2 Prozent gegenüber den 99 Millionen Franken im Jahr 2023. Das ist das stärkste Wachstum aller Swisslos-Segmente und zeigt, dass Sportwetten in der Schweiz auf dem Vormarsch sind.
23 Prozent Wachstum in einem Jahr – das ist bemerkenswert für einen Markt mit nur zwei legalen Anbietern. Das Wachstum kommt nicht von aggressiver Akquise, sondern von einer steigenden Nachfrage. TWINT spielt dabei eine zentrale Rolle: Die einfache, gebührenfreie Einzahlung senkt die Hürde für neue Sportwetter, und mit über 6 Millionen aktiven Nutzern ist die Zahlungsinfrastruktur bereits auf praktisch jedem Schweizer Smartphone vorhanden.
Was treibt dieses Wachstum? Drei Faktoren: Erstens die zunehmende Digitalisierung des Angebots – Sporttip ist heute vollständig online und mobil verfügbar. Zweitens die TWINT-Integration, die das Einzahlen in Sekunden ermöglicht. Drittens die demografische Entwicklung: Fast die Hälfte aller registrierten TWINT-Nutzer ist zwischen 20 und 39 Jahre alt – genau die Kernzielgruppe für Sportwetten. Diese drei Faktoren zusammen erklären, warum Sportwetten das am schnellsten wachsende Segment bei Swisslos sind. 2017 hätte niemand prognostiziert, dass Sportwetten einmal einen dreistelligen Millionenbetrag zum Swisslos-Umsatz beitragen würden – 2024 ist es Realität.
CHF 595 Millionen für Sport und Kultur – die Verteilung
2024 hat Swisslos 595.7 Millionen Franken an gemeinnützige Zwecke ausgeschüttet. Diese Summe verteilt sich auf kantonale Fonds, die Sportförderung und kulturelle Projekte. Es ist die grösste Einzelausschüttung in der Geschichte von Swisslos.
55.7 Millionen Franken davon flossen direkt an den Fonds für Sportförderung der Schweiz – Swiss Olympic, die Fussball- und Eishockeyverbände, regionale Sportvereine. Wenn du bei Sporttip eine Wette auf ein Super-League-Spiel platzierst, finanzierst du indirekt die Nachwuchsarbeit des Schweizer Fussballs. Das ist ein Kreislauf, den kein ausländischer Buchmacher bieten kann.
Die restlichen Mittel gehen an die Kantone, die sie für Kultur, Denkmalpflege, Umweltschutz und soziale Projekte einsetzen. Jeder Kanton entscheidet selbst über die Verwendung. Dieses föderalistische Modell stellt sicher, dass die Gelder dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Solange Swisslos jedes Jahr Hunderte Millionen an die Kantone überweist, gibt es wenig Anreiz, den Markt für private Anbieter zu öffnen. Es ist ein System, das für alle Beteiligten funktioniert: Die Kantone erhalten Geld, die Spieler bekommen steuerfreie Gewinne bis 1’070’400 CHF, und 6.2 Millionen Franken fliessen jährlich in die Prävention von Spielsucht. Kein anderes europäisches Land hat ein Sportwetten-Modell, das so direkt in die Gesellschaft zurückzahlt.
Was die Zahlen für den Schweizer Wettmarkt bedeuten
Markus Kilb, CEO von TWINT, hat 2025 bilanziert: Es war ein Jahr der Innovation und des Wachstums, mit zahlreichen Funktionen, die den Alltag der Menschen in der Schweiz erleichtert haben. Diese Einschätzung trifft auch auf den Wettmarkt zu. Die 23-prozentige Steigerung des Sportwetten-Umsatzes zeigt, dass Sportwetten in der Schweiz keine Nische mehr sind, sondern ein wachsendes Segment.
Für TWINT-Nutzer bedeutet das konkret: Die Integration von TWINT bei Sporttip wird weiter ausgebaut, die mobile Erfahrung wird besser, und die Zahlungsinfrastruktur wird zuverlässiger. Mehr Umsatz bedeutet mehr Investition in die Plattform. Wer den Überblick über die Wettanbieter mit TWINT in der Schweiz behalten will, sieht dort die aktuelle Entwicklung. Die Dynamik ist klar: Sportwetten wachsen, TWINT wächst, und beides zusammen treibt die Integration voran.
Die 812 Millionen Franken Bruttospielertrag sind auch ein politisches Signal. Sie zeigen, dass ein regulierter Markt mit nur zwei Anbietern wirtschaftlich funktioniert und gleichzeitig erhebliche Mittel für die Gesellschaft generiert. Ob dieses Modell langfristig so bestehen bleibt, ist eine offene Frage – aber die aktuellen Zahlen sprechen eine deutliche Sprache zugunsten des Status quo. Kein Parlamentarier will das System ändern, das jedes Jahr 595 Millionen an seinen Kanton überweist. Das ist die pragmatische Realität des Schweizer Sportwetten-Markts, und sie ist stabiler als jede gesetzliche Garantie.