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Was die Zahl hinter der Wette wirklich bedeutet
Ich sehe es immer wieder: Jemand schaut auf eine Quote von 2.50 und sagt, das seien „gute Chancen“. Aber eine Quote ist keine Vorhersage über die Wahrscheinlichkeit – sie ist ein Preisschild. Und wie bei jedem Preisschild sollte man verstehen, wie der Preis zustande kommt.
Eine Sportwette-Quote drückt aus, wie viel der Buchmacher für einen richtig geratenen Tipp auszahlt. Bei Quote 2.50 und 100 CHF Einsatz erhältst du im Gewinnfall 250 CHF zurück. Die Quote enthält aber auch die Marge des Buchmachers – den Betrag, den er als Geschäftsgebühr einbehält.
Im Schweizer Markt, wo Sporttip und Jouez Sport die einzigen legalen Anbieter sind, gewinnt das Quotenverständnis eine zusätzliche Dimension. Die Quoten beider Anbieter werden eigenständig berechnet und weichen gelegentlich voneinander ab. Wer die Grundlagen versteht, kann diese Unterschiede für sich nutzen.
Dezimalquoten lesen und den potenziellen Gewinn berechnen
In der Schweiz werden Dezimalquoten verwendet – das System, bei dem die Quote als Dezimalzahl angezeigt wird. 1.80, 2.50, 4.00 – typische Dezimalquoten. Die Berechnung: Einsatz mal Quote ergibt die Gesamtauszahlung. Bei 50 CHF Einsatz und Quote 2.50 sind das 125 CHF, also 75 CHF Reingewinn.
Die Dezimalquote enthält implizit eine Wahrscheinlichkeit. 1 geteilt durch 2.50 ergibt 0.40, also 40 Prozent. Der Buchmacher schätzt die Wahrscheinlichkeit auf etwa 40 Prozent – abzüglich seiner Marge.
Ein Beispiel: Sporttip bietet Heimsieg 2.10, Unentschieden 3.40, Auswärtssieg 3.20. Die implizierten Wahrscheinlichkeiten: 47.6%, 29.4%, 31.3% – zusammen 108.3%. Die 8.3 Prozent über 100 sind die Marge. Je näher die Summe an 100 liegt, desto fairer die Quoten. Wer diese Berechnung bei jedem Spiel durchführt, entwickelt ein Gespür dafür, ob ein Quotenset attraktiv ist oder nicht.
Die Marge des Buchmachers – wie Anbieter verdienen
Die Marge, auch Vig oder Overround genannt, ist die eingebaute Gebühr auf die Quoten. Swisslos hat 2024 aus Sportwetten einen Bruttospielertrag von 122 Millionen Franken erzielt. Dieser Ertrag entsteht im Wesentlichen aus der Marge.
Bei Sporttip liegt die typische Marge bei Fussball-Hauptmärkten zwischen 5 und 10 Prozent. Bei internationalen Buchmachern liegt sie oft bei 2 bis 5 Prozent. Der Unterschied erklärt sich durch den fehlenden Wettbewerb im Schweizer Markt.
Für den Freizeitwetter, der 50 CHF pro Woche einsetzt, ist die Margendifferenz minimal – 1 bis 2 Franken pro Wette. Über ein Jahr summiert sich das auf 50 bis 100 Franken. Angesichts der Tatsache, dass Gewinne bei lizenzierten Anbietern bis 1’070’400 CHF steuerfrei sind und bei illegalen voll versteuert werden müssen, ist die höhere Marge bei Sporttip in den meisten Fällen das bessere Geschäft.
Ein Tipp: Je weiter du dich von den Hauptmärkten entfernst, desto höher wird die Marge. Bei Spezialwetten kann sie 15 bis 20 Prozent erreichen. Wer seinen Wettschein optimieren will, konzentriert sich auf die Hauptmärkte.
Quotenvergleich bei Schweizer Anbietern
Mit nur zwei legalen Anbietern ist der Quotenvergleich in der Schweiz schnell gemacht – aber er lohnt sich. Sporttip und Jouez Sport berechnen ihre Quoten unabhängig, und bei einzelnen Spielen können die Unterschiede spürbar sein. In der Schweiz dürfen Online-Sportwetten nur von diesen beiden Anbietern angeboten werden, und beide sind über TWINT erreichbar.
In meinen Vergleichen habe ich festgestellt, dass die Quoten bei Topspielen sehr nah beieinander liegen – oft nur 0.05 bis 0.10 Differenz. Bei Randsportarten können die Unterschiede grösser werden.
Ein Quotenvergleich kostet zwei Minuten und kann bei einer 100-CHF-Wette 5 bis 10 Franken Mehrgewinn bringen. Über ein Jahr summiert sich das auf mehrere Hundert Franken. Wer TWINT bei beiden Anbietern registriert hat, kann dort einzahlen, wo die Quote besser ist. Mehr zu den Anbietern bei der Übersicht der Wettanbieter mit TWINT.